BRAND NEW EYES
Wenn Staunen zur Begegnung wird – über Schöpfung, Menschenwürde und die Frage nach Gott.
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Vertiefung – Wenn Staunen zur Begegnung wird
Hast du dich schon einmal über das Selbstverständliche gewundert?
Du atmest. Dein Herz schlägt. Die Erde dreht sich. Irgendwo entsteht gerade neues Leben, irgendwo explodiert ein Stern, und unter deinen Füßen arbeitet ein ganzes Universum winziger Lebewesen.
Das alles geschieht, ohne dass du auch nur einen Gedanken daran verschwenden musst.
Wir leben mitten in einer Welt voller Wunder. Und trotzdem nehmen wir sie oft kaum wahr.
Vielleicht liegt das gar nicht daran, dass es zu wenig zu entdecken gibt. Vielleicht haben wir einfach aufgehört, wirklich hinzusehen.
Ein Mensch schaut in den Himmel
Vor ungefähr 3.000 Jahren hat jemand genau das getan.
Er stand unter dem Sternenhimmel und begann zu staunen.
Im achten Psalm lesen wir, wie ein Mensch die Größe des Himmels betrachtet, den Mond und die Sterne, und sich plötzlich eine erstaunliche Frage stellt:
Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst? (Psalm 8,5)
Kennst du dieses Gefühl?
Du schaust nachts in den Himmel, siehst unzählige Sterne und merkst auf einmal, wie winzig du eigentlich bist.
Unsere Erde ist nur ein kleiner Planet in einem gewaltigen Universum. Und du bist einer von Milliarden Menschen auf dieser Erde.
Da könnte man leicht denken: Was spiele ich da schon für eine Rolle?
Doch der Psalm geht in eine völlig andere Richtung.
Er erzählt davon, dass Gott dem Menschen Würde und Ehre geschenkt und ihm Verantwortung für seine Schöpfung anvertraut hat.
Was für ein Gedanke!
Du musst nicht der Mittelpunkt des Universums sein, um für Gott unendlich wertvoll zu sein.
Nicht nur ein Zufallsprodukt ohne Bedeutung
Die Bibel beginnt mit einer wunderbaren Aussage: Die Welt ist nicht einfach eine bedeutungslose Ansammlung von Dingen. Gott ist ihr Schöpfer.
In der Schöpfungsgeschichte wird immer wieder erzählt, dass Gott auf das Geschaffene blickt und es gut nennt.
Und als vom Menschen die Rede ist, kommt etwas Besonderes hinzu:
Der Mensch ist nach Gottes Bild geschaffen (Genesis 1,26–27).
Das bedeutet nicht, dass wir kleine Götter wären oder alles beherrschen dürften.
Es bedeutet, dass jeder Mensch eine Würde besitzt, die ihm niemand erst verleihen muss.
Nicht deine Noten. Nicht deine Leistung. Nicht deine Follower. Nicht dein Aussehen. Und auch nicht die Meinung anderer Menschen entscheiden über deinen tiefsten Wert.
Diese Würde ist dir geschenkt.
Und sie gilt ebenso für den Menschen neben dir, selbst wenn er ganz anders denkt, lebt oder aussieht als du.
Und wo ist Gott in all dem?
Vielleicht fragst du dich: Schön und gut. Aber woher soll ich wissen, dass wirklich Gott dahintersteht?
Eine berechtigte Frage.
Die Schönheit und Ordnung der Natur sind kein wissenschaftlicher Beweis, der jeden Menschen automatisch zum Glauben führen müsste. Naturwissenschaft hilft uns zu verstehen, wie unsere Welt funktioniert. Die Frage nach Gott geht noch weiter: Warum gibt es überhaupt etwas? Woher kommt unser Leben? Hat das alles einen tieferen Sinn?
Der christliche Glaube lädt dich ein, die Welt nicht nur als etwas zu betrachten, das du erklären und nutzen kannst, sondern auch als ein Geschenk, in dem du Spuren seines Schöpfers entdecken darfst.
Der Apostel Paulus schreibt, dass Gottes unsichtbare Wirklichkeit seit der Erschaffung der Welt an seinen Werken erkannt werden kann (Römer 1,20).
Und dann geht die christliche Botschaft noch einen unglaublichen Schritt weiter.
Dieser Gott, von dem wir glauben, dass er das ganze Universum geschaffen hat, bleibt nicht auf unendlicher Distanz.
Er kommt uns in Jesus Christus persönlich entgegen.
Nicht bloß, um uns etwas über die Welt zu erklären, sondern um uns zu zeigen, wie sehr er uns liebt.
Vielleicht beginnt genau hier etwas Neues
Du musst nicht heute alle Antworten haben.
Vielleicht genügt es für den Anfang, mit offenen Augen durch deinen Alltag zu gehen.
Die Sonne auf deiner Haut wahrzunehmen. Einen Menschen wirklich anzuschauen. Über etwas zu staunen, das du bisher für selbstverständlich gehalten hast.
Und vielleicht magst du dabei einmal eine ganz einfache Frage an Gott richten:
Gott, wenn du wirklich da bist und diese Welt dein Werk ist – was möchtest du mir damit zeigen? Und wie siehst du eigentlich mich?
Du brauchst dafür keine besonderen Worte. Und du musst auch nichts fühlen oder erzwingen.
Du darfst einfach neugierig sein.
Denn vielleicht wartet hinter all dem, was du jeden Tag siehst, nicht nur eine neue Erkenntnis.
Vielleicht wartet jemand darauf, von dir entdeckt zu werden.
Für dich zum Weiterdenken
- Was in dieser Welt bringt dich noch wirklich zum Staunen?
- Woran machst du deinen eigenen Wert fest?
- Was würde sich verändern, wenn du glauben könntest, dass Gott dich persönlich kennt und liebt?
Bibelstellen zum Nachlesen: Psalm 8, Genesis 1,26–31, Psalm 139,13–18, Römer 1,20 und Johannes 1,1–14.
Quellen und Bezugspunkte
- Die Würde des Menschen in Gottes Schöpfung
Psalm 8 - Der Mensch als Gottes Bild
Gen 1,26–31 - Von Gott gekannt und wunderbar geschaffen
Ps 139,13–18 - Gottes Wirklichkeit in seinen Werken
Röm 1,20 - Das Wort wird Mensch
Joh 1,1–14