FANG DU AN
Wie Jesus auf Zachäus zugeht – und warum eine Begegnung mit ihm nicht mit einem aufgeräumten Leben beginnt.
FANG DU AN, JESUS!
Und plötzlich spricht er dich an.
Da sitzt einer auf einem Baum. Nicht gerade der Ort, an dem man eine Begegnung mit Gott erwarten würde.
Sein Name ist Zachäus. Er ist reich, nicht besonders beliebt und vermutlich auch nicht sonderlich stolz auf alles, was er in seinem Leben angestellt hat. Als oberster Zöllner verdient er sein Geld in einem System, in dem sich manche auf Kosten anderer bereichern.
Und jetzt kommt Jesus in die Stadt.
Zachäus will ihn unbedingt sehen. Warum? Vielleicht aus Neugier. Vielleicht hat er schon einiges über ihn gehört. Vielleicht steckt auch mehr dahinter. Die Bibel verrät uns das nicht.
Jedenfalls ist Zachäus klein und die Menschenmenge groß. Also klettert er auf einen Baum. Ein erwachsener Mann, noch dazu ein ziemlich wohlhabender, sitzt zwischen den Ästen, nur um einen Blick auf Jesus zu erhaschen.
Und dann passiert etwas Erstaunliches.
Jesus bleibt stehen. Schaut hinauf. Nennt ihn beim Namen. Und kündigt an, heute bei ihm zu Gast zu sein.
Moment mal. Zachäus wollte Jesus doch bloß sehen! Und plötzlich will Jesus zu ihm nach Hause?
Zachäus sucht einen Blick auf Jesus. Jesus sucht die Begegnung mit Zachäus.
Das ist typisch Jesus. Er wartet nicht erst darauf, dass jemand sein Leben aufgeräumt hat. Er begegnet Menschen mitten in ihrer Geschichte. Auch dort, wo längst nicht alles stimmt.
Und Zachäus? Der lässt ihn tatsächlich herein.
Was die beiden an diesem Tag alles miteinander besprechen, erfahren wir nicht. Aber wir erfahren, dass sich etwas verändert. Zachäus beginnt, sein Unrecht wiedergutzumachen. Er gibt von seinem Reichtum ab und will zurückzahlen, was er anderen genommen hat.
Nicht, weil Jesus ihn vor versammelter Mannschaft zusammengestaucht hätte. Sondern nach einer Begegnung, die offenbar etwas in ihm bewegt hat.
Vielleicht ist das auch für dich eine überraschende Entdeckung: Eine Freundschaft mit Jesus beginnt nicht damit, dass du schon ein besonders guter Mensch bist. Sie beginnt damit, dass du dich auf ihn einlässt.
Und wie macht man das, wenn Jesus nicht gerade unter einem Baum steht und einen beim Namen ruft?
Vielleicht ganz einfach, indem du anfängst, mit ihm zu reden. Nicht mit perfekt formulierten Gebeten. Sondern so, wie du bist.
„Jesus, ich weiß nicht einmal genau, ob du mich hörst. Aber wenn du mich kennst, dann möchte ich dich auch kennenlernen.“
Das wäre doch ein Anfang.
Oder vielleicht sogar schon eine Antwort auf den Anfang, den er längst gemacht hat.
Zum Weiterentdecken: Lukas 19,1–10 · 1 Johannes 4,19
Quellen und Bezugspunkte
- Jesus und Zachäus
Lk 19,1–10 - Gott hat uns zuerst geliebt
1 Joh 4,19