Rom, 1544. Philipp Neri betet nachts in den Katakomben. Eine frühe Lebensbeschreibung erzählt, eine Feuerkugel sei in seine Brust gedrungen. Sein Herz habe danach so heftig geschlagen, dass man es sehen und hören konnte.
Und was macht ein Mann nach so einer Erfahrung? Philipp bleibt nicht unter der Erde. Er geht zurück nach Rom – zu den Menschen.
Er hört zu, tröstet, fordert heraus. Vor allem junge Leute zieht er an. In seinem Oratorium wird geredet, gebetet und gesungen. Glaube soll dort nicht aussehen, als hätte jemand die Freude verboten. Philipp hat Humor, auch auf eigene Kosten. Aber wenn ihm jemand sein Leben anvertraut, ist er ganz da.
Nach seinem Tod berichtet seine Biografie sogar von zwei veränderten Rippen; seine Gefährten bringen sie mit jener Pfingstnacht in Verbindung. Das ist eine überlieferte Deutung. Man muss sie nicht als medizinisch bewiesenes Wunder ausgeben, um die Geschichte erzählen zu dürfen.
Denn das Feuer hat noch eine andere Spur hinterlassen: Aus Philipps Liebe zu Gott wird ein Ort, an dem Menschen aufatmen und gemeinsam nach ihm suchen können. Er bringt Musik, Fragen und Gebet zusammen – mitten in einer lauten Stadt.
Vielleicht ist das die stärkste Szene seines Lebens: Pfingsten bleibt nicht in den Katakomben. Es geht mit Philipp hinaus auf die Straßen Roms.
Quellen & Bezugspunkte 5
- Historische QuelleJohannes Paul II., Brief zum 400. Todestag Philipp NerisPfingsterfahrung 1544 in den Katakomben; Bild vom brennenden HerzenQuelle ansehen
- Historische QuellePapst Franziskus, Botschaft zum 500. Geburtstag Philipp Neris26. Mai 2015; Jugend, Freude und letzter LebenstagQuelle ansehen
- Historische QuellePietro Giacomo Bacci, The Life of Saint Philip NeriFrühe Lebensbeschreibung; Pfingsterfahrung, Herz und Rippen sowie Entstehung des OratoriumsQuelle ansehen
- Historische QuelleOratorio San Filippo Neri, San Filippo NeriBiografischer Überblick; Wirken in Rom und OratoriumQuelle ansehen
- BibelJesus über Freude und LiebeJoh 15,9–12Quelle ansehen
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